Soll man dem Rat von Wirtschaftsnobelpreisträgern folgen?
Paul Krugman, Nobelpreisträger, fordert am Swiss Economic Forum die Europäer auf, es den Ami’s gleich zu tun und weitere Staatsschulden anzuhäufen – das sei der richtige Weg aus der Krise. Ist ein Nobelpreis die Garantie für Erfolg? Es gibt Kritiker die sagen, Nobelpreise für Wirtschaft seien sogar gefährlich, weil sie z.B. für die Risikoanalyse wissenschaftliche Präzision vorspielen, die lediglich auf Vergangenheitsdaten basiert und sich einer mehr oder weniger aufgeplusterten Variante der Glockenkurve bedient. Durch den Nobelpreis wird eine Methode dann zum wissenschaftlichen Standard geweiht. Dabei wird als Beispiel der Zusammenbruch des Hedgefonds LTCM von 1998, der auf den Methoden von zwei mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Ökonomen basierte, aufgeführt.
Ein lesenswertes Buch in diesem Zusammenhang ist „Der schwarze Schwan“ (ISBN 978-3-446-41568-3) von Nassim N. Taleb. Er beschreibt darin auch die Gemeinsamkeiten von erfolgreichen Managern: Mut, Optimismus, Risikobereitschaft und so weiter; das haben sie aber auch mit den meisten nicht erfolgreichen Managern gemeinsam, der einzige wirkliche Unterschied sei: Glück!
Aber zurück zur ursprünglichen Frage: sollen wir es den Amerikanern gleichtun und (noch) riesigere Schuldenberge anhäufen?
Dazu eine kleine Vorgeschichte: Im Jahre 2003 konnte ich in den USA als Zeuge an einem Prozess vor einem Geschworenengericht teilnehmen. Zwischenbemerkung: Als feststand, dass der Fall nicht aussergerichtlich beigelegt werden konnte und vor Gericht kam, hat unser „Chef“-Anwalt mit der Bemerkung „Now we move into legalized gambling“ meine Meinung vom amerikanischen Rechtsstaat ziemlich negativ beeinflusst, das hat sich im Verlaufe des Prozesses leider noch verstärkt – aber das tut hier nichts zur Sache.
Wichtig ist folgendes Ereignis während dem Prozess: Bei einem Abendessen fragte mich ein junger Anwalt (Yale-Absolvent) aus dem Team – ja, als Weltkonzern hatten wir natürlich ein Team von Anwälten – was ich als Europäer von Amerika halten würde? Meine Antwort hat ihn ziemlich erschüttert: „Ich bin gerne in den USA, ich habe viele Freunde hier, es ist ein wunderbares Land – aber in 10 bis 15 Jahren seid ihr ein Drittweltland“. Darauf folgte eine hitzige Diskussion – aber wir blieben Freunde.
Vier Jahre später erhielt ich ein Paket aus den USA, Absender war der junge Anwalt. Im Paket war das Buch „The world is flat“ von Thomas L. Friedmann (Die Welt ist flach ISBN: 351-8-459-643) mit einer Karte, welche folgende kurze Nachricht enthielt: „Read this, probably you are right!“
Und wo sind die USA heute?
Paul Volcker, ehemaliger FED Vorsitzender sagt es direkt und öffentlich: „Time is running out“.
US Today publizierte eine Studie über die Zahlen des ersten Quartals 2010 in den USA:
Lohnbezüge aus privaten Firmen sanken auf das tiefste Niveau seit Erfassung der Statistik.
Zahlungen von Regierungsstellen an Private waren die höchsten in der Geschichte; dazu gehören die Bereiche des „Strukturdefizits“ wie Sozialversicherung, Medicare, ALV, Essensmarken, usw.
Das US Büro für ökonomische Analysen meldete, dass nur noch 41.9% des Gesamteinkommens der Bevölkerung aus der Privatindustrie stammt – und das sind schliesslich die echten Steuerzahler.
Und zur Erinnerung: Der Staat Kalifornien ist pleite!
Sollen wir nun Paul Krugman‘s Rat folgen?

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